Wo ist das Lachen hin? – Verfasserin: Sabine Gilbert

Ich lache gerne und ich sehe gerne, wenn andere Menschen lachen, sie müssen noch nicht einmal unbedingt mich anlachen. Ein lachender Mund, lachende Augen, die Falten, die sich dabei an Kinn und Stirn bilden, das sieht schön aus, es zeugt von Leben, vom Menschsein, von durchlebten Augenblicken. Natürlich kann man nicht immer lachen, wer tut das schon, es gibt genug Lebenssituationen, da bleibt einem das Lachen regelrecht im Hals stecken und eine seltsame Stummheit macht sich in einem breit. Ich kenne das von mir natürlich auch. Und ich weiß sehr gut, dass Lachen und Weinen mitunter eine ähnlich befreiende Wirkung haben können.

Aktuell aber ist mein Lachen eingesperrt, hinter Stoff verbannt, der es unsichtbarmacht. Am Anfang, als das anfing damit, da stand ich das eine oder andere Mal im Supermarkt und als ich der Kassiererin mein inhaftiertes Lachen geschickt habe, da hat irgendetwas in mir hat gedacht „Na, das kannst du dir jetzt auch sparen, sieht sie ja gar nicht.“ Aber es macht mit einem etwas, wenn man nicht mehr lacht und ganz schnell habe ich mich dagegen entschieden. Ich lasse mir mein Lachen nicht nehmen,
es gehört zu mir, ich brauche es und andere Menschen brauchen mein Lachen und ich das ihre.

Aber es wird Zeit, dass wir uns dabei auch wieder ansehen können, denn ich habe Angst, dass viele es für immer verlernen könnten.

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