Regelmäßige Antigentests bei Schulkindern sind unzuverlässig und schaden – Verfasser: Prof. Dr. med. Andreas Sönnichsen

Regelmäßige Antigentests bei Schulkindern sind unzuverlässig
und schaden

München, 12.04.2021

Wir, als dieBasis, sprechen uns mit den Worten unseres Parteimitglieds Prof. Dr. med. Andreas Sönnichsen gegen das unmenschliche Verhalten unserer Bundesregierung aus.
Ab Montag, den 12.4.2021 sollen alle Schüler*innen und Lehrer*innen an Bayerischen Schulen zweimal wöchentlich mittels eines „anterioren nasalen Antigen-Schnelltests“ (AN-Ag-Test: das Teststäbchen wird nur ca. 2 cm tief in jedes Nasenloch eingeführt) auf SARS-CoV-2 getestet werden. Im Vergleich zum PCR-Test weist dieses Verfahren bei asymptomatischen Personen eine Sensitivität von 40,7% auf ( https://www.ages.at/service/service-presse/pressemeldungen/ evaluierung-von-sars-cov-2-antigen-schnelltests-aus-anterioren-nasenabstrichen-im-vergleich-zu-pcr-an-gurgelloesungen-oder-nasopharyngealabstrichen/ ). Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte möglicherweise infektiöser Kinder und Lehrer*innen durch den Test nicht erkannt werden. Allein diese Tatsache macht deutlich, dass die Maßnahme vollkommen ungeeignet ist, die Ausbreitung der SARS-CoV-2-Infektion zu beeinflussen. Die Spezifität des AN-Ag-Tests liegt bei 95,7% (Quelle siehe oben). Aus einer geschätzten Erkrankungsdauer von etwa 14 Tagen und der derzeitigen Inzidenz von 129/100.000 pro Woche in Bayern ergibt sich eine wahrscheinliche SARS-CoV-2-Prävalenz von ca. 258/100.000 oder 0,258%. Von diesen werden bei einer Sensitivität des AN-Ag-Tests von 47,7% nur 123 erkannt. Gleichzeitig kommt es bei den verbleibenden 99.742 Gesunden bei einer Testspezifität von 95,7% zu 4289 falsch positiven Testergebnissen. Die  Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind mit einem positiven Testergebnis also tatsächlich infektiös ist, liegt bei 2,8%, oder anders ausgedrückt: auf jedes richtig positive Kind kommen etwa 36 gesunde, falsch positive Kinder.

Ein positives Testergebnis bedeutet für ein Kind eine erhebliche psychische Belastung. Es ist zu befürchten, dass test-positive Kinder in der Schule gemobbt und stigmatisiert werden. Sie werden zumindest vorübergehend aus dem Unterricht entfernt und müssen sich weiterer (unnötiger, und ebenfalls nur eingeschränkt aussagekräftiger) Diagnostik (PCR-Test) unterziehen. Zudem wird durch die ganze Maßnahme Kindern suggeriert, dass man Gesundheit durch ein Testergebnis beweisen muss. Es genügt nicht mehr, sich gesund zu fühlen. Hierdurch wird einer fortschreitenden Medikalisierung der Bevölkerung und einem Abbau von Eigenverantwortung und Selbsteinschätzung der eigenen Gesundheit Vorschub geleistet. Massentests an asymptomatischen Schüler*innen und Lehrer*innen sind also nicht nur medizinisch unsinnig, sondern können erheblichen Schaden anrichten. Sie sind daher nachdrücklich abzulehnen.

Prof. Dr. med. Andreas Sönnichsen
Facharzt für Innere Medizin

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