Ausgangssperre in Bayern war rechtswidrig


Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die von der bayerischen Regierung im Frühjahr 2020
verhängte Ausgangssperre für rechtswidrig erklärt:
„Es wird festgestellt, dass § 4 Abs. 2 und 3 der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmeverordnung
vom 27. März 2020 (BayMBl. 2020 Nr. 158), zuletzt geändert durch § 1 der Verordnung zur Ände-
rung der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 31. März 2020 (BayMBl. 2020
Nr. 162) unwirksam war“. (Aktenzeichen: 20 N 20.767)
Die Ausgangssperre habe gegen „das Übermaßverbot aus höherrangigem Recht“ verstoßen und sei
deshalb unwirksam gewesen. Die Richter bezweifelten die Eignung der Generalklausel im Infekti-
onsschutzgesetz und darüber hinaus stellten sie fest, dass „bei der Auswahl der Maßnahmen von
mehreren gleich geeigneten Mitteln das die Grundrechte der Normadressaten weniger belastende
zu wählen“ sei.
Für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und sein Corona-Kabinett muss dieses Ur-
teil wie eine schallende Ohrfeige wirken. Es geht also um Verhältnismäßigkeit, bzw. die mangelnde
Verhältnismäßigkeit, wie es die Maßnahmenkritiker (u. a. auch dieBasis) von Anfang an der bayeri-
schen Landesregierung vorwarfen. Ministerpräsident Söder hat stets die Position des Scharfma-
chers und Maßnahmenüberbieters eingenommen. (Man möge sich nur an die Diskussion erinnern,
ob ein Bürger noch auf einer Parkbank verweilen dürfe.) Beständig versuchte der bayerische Minis-
terpräsident die Regelungen der anderen Bundesländer zu übertreffen – augenscheinlich aus po-
pulistischen Gründen, auf evidenzbasierte Entscheidungen wurde kein Wert gelegt.
Auch aus diesem Grund hat sich dieBasis dem „Bündnis Landtag abberufen“ angeschlossen. Wir in
Bayern benötigen wieder eine Regierung, die sich an den Bedürfnissen der Bürger ausrichtet und
ein Parlament, das diese Regierung kontrolliert und hinterfragt, statt willfährig abzunicken, was der
Ministerpräsident beschließt.
Alle demokratischen Kräfte sind deshalb aufgefordert, klare Signale zu senden, um wichtige Ent-
scheidungen in diesem Land wieder am Wohl der Bürger auszurichten und das Land aus dem Wür-
gegriff der CSU, mit seinem Ministerpräsidenten an der Spitze, zu befreien.

München, den 09.10.2021
Gez. Landesverband Bayern, dieBasis

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